Hilfe für Betroffene
Für Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung ist es meist unvorstellbar, ein Leben ohne Suchtmittel zu führen.
Insbesondere in der letzten Phase der Sucht bestimmt z.B. Alkohol den Tagesablauf. Und doch kommt der Gedanke: „mit meinem Trinkverhalten ist etwas nicht in Ordnung“.
Hinzu kommt oftmals Druck von außen: vom Ehepartner, dem Arbeitgeber, von Freunden und Bekannten. Oder es drücken Sorgen um den entzogenen Führerschein, gesundheitliche Probleme lassen sich nicht mehr verleugnen.
Vielleicht ist der da, der Wunsch, mit dem Trinken aufzuhören, keine Medikamente mit Suchtpotential mehr zu nehmen, dem Glücksspiel endlich ein Ende zu setzen oder konkret etwas gegen krankhaftes Essverhalten zu unternehmen. Für viele besteht Unwissenheit, wo es Hilfsangebote gibt.
Erste Ansprechpartner sind
• Anerkannte Beratungsstellen, die es in jeder größeren Stadt gibt (z.B. Gesundheitsamt, Diakonisches Werk, Blaues Kreuz, Drogenberatungsstelle)
• Hausärzte, Psychologen
Doch da ist auch die Scham, sich selber eine Abhängigkeit einzugestehen, die Befürchtung, nicht verstanden zu werden, die Vorstellung, die eigene Problematik sei einmalig.
Hier ist dann eine Selbsthilfegruppe da, in der Menschen zusammenkommen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, die mitfühlen können und die ohne Vorbehalte bereit sind, den Weg zur Abstinenz mitzugehen.
Mach den ersten Schritt und setz dich mit den Ansprechpartnern in Verbindung. Es lohnt sich.
Denn: es ist keine Schande suchtkrank zu sein –aber es ist eine Schande nichts dagegen zu tun.
Aus Gewohnheit wird Abhängigkeit. Leben von Schluck zu Schluck. Alkohol belebt, Alkohol beruhigt, Alkohol nimmt die Angst – Alkohol tötet. Das Selbstbewusstsein, das Selbstwertgefühl, die Familien. Jeder 10. Arbeitnehmer ist alkoholkrank. 25 – 30 % aller Arbeitsunfälle lassen sich auf Alkoholmissbrauch am Arbeitsplatz zurückführen.