Leipzig/Hemer. Bereits zum achten Mal bot die Kirchenmusikabteilung der NAK Nordost einen Orgelimprovisationskurs mit Professor Wolfgang Seifen an. Am 6. September 2024 trafen sich Organisten aus zahlreichen neuapostolischen Kirchengemeinden in der Gemeinde Leipzig-Mitte, einer der Teilnehmer reiste aus Frankreich an. An zwei Tagen fand das Seminar statt, welches mit dem Sonntagsgottesdienst und einem Orgelkonzert am Nachmittag schloss. Einer der ehrenamtlichen Organisten der Gemeinde Hemer war dabei.
Professor Wolfgang Seifen war bis 2021 Lehrer für Improvisation und Liturgisches Orgelspiel an der Universität der Künste in Berlin sowie als Organist der Päpstlichen Marienbasilika zu Kevelaer und an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin tätig. Er ist einer der bedeutendsten Organisten des improvisatorischen Orgelspiels in Deutschland.
Improvisieren heißt, die Musik während des Spielens zu entwickeln. So könnten aus einem einstimmigen Notentext eines Gesangbuchliedes beispielsweise ein Choralvorspiel oder eine Orgelfantasie entstehen. Neben spieltechnischem Können sind dafür auch musiktheoretische Kenntnisse erforderlich sowie die Freude daran, musikalische Ideen auszuprobieren.
Im Kurs stellten die aktiven Teilnehmer ihre vorbereiteten Improvisationen vor. Professor Seifen ging auf jeden Teilnehmer individuell ein, so dass trotz der unterschiedliche Vorkenntnisse jeder seine Fähigkeiten verbessern konnte.
Immer wieder gab es theoretische Unterrichtseinheiten und Aufgaben zu verschiedenen Aspekten des improvisierten Orgelspiels. Es bestand die Möglichkeit, an den Instrumenten in der Kirche die neuen Erkenntnisse anzuwenden und die geplanten Vorträge für den Sonntagsgottesdienst zu proben.
Auch in diesem Jahr fanden gemeinsame Mittagessen statt und am Abend blieben die meisten Teilnehmer noch eine Zeit zusammen.
Der Sonntagsgottesdienst wurde durch die Organisten mitgestaltet. Für die Gemeinde sicherlich ungewohnt war eine freie Improvisation über das Bibelwort des Gottesdienstes, 1. Könige 19,11-12: ein Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ein Erdbeben, ein Feuer, und dann kam der Herr in einem sanften, leisen Säuseln.
Nach dem Gottesdienst bestand die Möglichkeit, an einer Stadtführung in Leipzig teilzunehmen und einem Teil der „Notenspur“ zu folgen.
Der Kurs endete mit einem großartigen Orgelkonzert. Professor Seifen spielte an der Jehmlich-Orgel der Kirche in Leipzig-Mitte Improvisationen über Themen, die zuvor von den Kursteilnehmern und den Gottesdienstbesuchern vorgeschlagen worden waren. Das Konzert wurde live übertragen und kann noch einige Zeit hier auf YouTube gesehen werden.
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