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Entschlafenen-Gottesdienst am 2. März 2025 in Menden

 

Der Gottesdienst für den gesamten Bezirk Iserlohn fand mit 240 Teilnehmern in der evangelischen Heilig-Geist-Kirche in Menden statt. Zusätzlich verfolgen ihn 19 Teilnehmer per Telefon und 62 Teilnehmer per IPTV. Ein Chor mit Sängerinnen und Sängern des Bezirkes sowie die Orgel und Solisten umrahmten den Gottesdienst. Aufgrund des Platzbedarfs hat die Ev. Kirchengemeinde Menden uns das historische Kirchengebäude zur Verfügung gestellt, wofür wir uns herzlich bedanken.

Schon von fern riefen die Glocken zum Gottesdienst. Für uns neuapostolische Christen eher ungewohnt. Aber genauso ungewohnt war, dass der Gottesdienst in einer evangelischen Kirche stattfand. Grund dafür war, dass für die vielen angemeldeten Besucher der Platz in der Neuapostolischen Kirche nicht ausgereicht hätte. Zum Glück fanden die Organisatoren einen Ort, der kaum passender hätte gewählt werden können: die gut 150 Jahre alte Heilig-Geist-Kirche in Menden. Sie bot den passenden Rahmen für das, worum es auch in diesem Gottesdienst ging: Wir tragen den Heiligen Geist in uns. Nicht zuletzt erinnerte daran die Taube im mittleren Chorfenster – das Symbol für den Heiligen Geist. Und ebenso die Worte darunter: „Komm, Heiliger Geist.“

Bezirksältester Thomas Fröhlich, der den Gottesdienst leitete, ging zu Beginn auf die wahre Ruhe ein. Eine Ruhe, die wir so nur bei Gott finden können. Entfernen wir uns von ihm, befällt uns eine innere Unruhe. Und das ist auch gut so, denn der Heilige Geist lebt in uns und zieht uns immer wieder zu Gott hin. Dann ist es seine Stimme, die uns mahnt, unser Handeln zu überdenken. Doch allein können wir diese Trennung nicht überwinden.

Der Heilige Geist in uns

Sünde trennt uns von Gott. Allein aus Gnade bekommen wir immer wieder Hilfe, um diese Trennung zu überwinden – durch Reue, Buße und die Kraft des Heiligen Geistes. Reue, das ist das tiefe Empfinden von Schmerz, wenn wir erkennen, dass wir andere verletzt haben – und es nicht mehr ungeschehen machen können. Doch in der Reue liegt auch die Chance zur Umkehr und Heilung.

Der Bezirksälteste machte das am Beispiel des achten Gebotes klar: „Du sollst nicht lügen“. Ein unmissverständliches Gebot. Trotzdem greifen wir oft zur Notlüge, manchmal auch, um einen anderen nicht zu verletzen. Macht das die Sünde kleiner? Wir Menschen kennen die ganze Wahrheit nicht, weil wir den anderen nie in seiner Gänze erfassen können.

Manchmal sind auch wir selbst von unserer eigenen Unzulänglichkeit enttäuscht.  Doch Jesus gibt uns Mut und zeigt uns den Weg zur ewigen Herrlichkeit, wo kein Leid und kein Geschrei mehr sein wird. Allein durch ihn und das Opfer, das er für uns gebracht hat, finden wir zurück zu Gott.

Gemeinschaft

Der Bezirksälteste sprach davon, dass die Ewigkeit keine Zeitbegrenzung kennt – eine Tatsache, die wir Menschen oft nicht begreifen, aber fest glauben dürfen. Alle Seelen – aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft – bedürfen der Gnade des himmlischen Vaters. Und dazu haben sich an diesem besonderen Tag alle versammelt.

Wir feiern das Heilige Abendmahl, so wie Jesus es uns gelehrt hat, und üben uns in der Gemeinschaft.  Jesus will, dass wir Gemeinschaft haben – und in dieser Gemeinschaft die Sündenvergebung erfahren.

Wie wichtig die Gemeinschaft ist, daran erinnerten bereits die zwei Glaubensschwestern Sandra Neuhaus und Vivian Dornbrach vor dem Gottesdienst. Sie zeigten das Bild eines großen Chororchesters auf, in dem selbst die kleinste Blockflöte ihren Platz hat. In der Gemeinschaft der Liebe, der Gemeinschaft des Mutes und der vielen anderen Gemeinschaften finden wir unseren Platz – und letztlich in der ewigen Gemeinschaft mit Gott.

Vergebung

Durch die Sündenvergebung erleben wir den Frieden in der Seele und die Kraft, anderen zu vergeben – die Gnade, das Alte hinter uns zu lassen. Dafür wollen wir ein lebendiges Beispiel sein. „Beladene Seelen tragen oft Groll in sich“, betonte der Bezirksälteste. „Tragen auch wir einen Groll gegen jemanden? Dann ist jetzt die Zeit zu vergeben. Und wenn es uns nicht gelingt, können wir Gott um seine Hilfe bitten.“

Darauf, was die Kraft der Vergebung in uns bewirken kann, ging auch Bezirksevangelist Axel Knoppe beim Mitdienen ein: „Manchmal stehen wir ehrfürchtig vor der Schönheit eines Tempels und stellen fest: Es ist noch viel schöner, als wir es uns vorgestellt haben. So erging es auch vielen, die diesen Gottesdienst erlebten – ein Ort des Friedens, der Liebe und der spürbaren Gegenwart Gottes. In diesem Moment erleben wir Frieden in unserer Seele, die Kraft zur Vergebung und die Gnade, das Alte hinter uns zu lassen – und damit auch, uns selbst und anderen etwas Gutes zu tun.“

Anschließend sprach die Gemeinde gemeinsam das Vaterunser, bevor in Gemeinschaft das Heilige Abendmahl zelebriert wurde.

Zum Abschluss des Gottesdienstes rief Thomas Fröhlich uns alle dazu auf, Gott dankbar zu sein. Der Bezirksälteste sprach auch seinen Dank aus für die Geschwister, die sich auf den Weg gemacht haben, für die Brüder, die den Gottesdienst so gut vorbereitet haben, und für den Chor und die Instrumentalisten, die diesen Gottesdienst mit ihrer Musik so wundervoll umrahmt haben. Ein Gottesdienst, der uns erneut daran erinnert hat: In der Gemeinschaft mit Gott finden wir Ruhe, Frieden und ewige Liebe.

Apropos Ruhe: Danke auch der Evangelischen Gemeinde, dass wir die schöne Kirche nutzen durften und das Glockengeläut um zehn vor elf – ausnahmsweise - ausgeschaltet wurde.

8. März 2025
Text: Christel Zidi
Fotos: Dirk Figge

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