Jeweils am ersten Sonntag im März, Juli und November feiern neuapostolische Christen einen Gottesdienst zum Gedenken an Verstorbene. Am 1. März 2026 bekam dieser Gottesdienst in Altena einen besonderen Akzent. Bezirksapostel Pöschel, Leiter der Gebietskirche Westdeutschland, besuchte gemeinsam mit allen Aposteln der Gebietskirche die Kirchengemeinde Altena.
Der Bezirksapostel legte dem Gottesdienst ein Bibelwort aus dem Johannesevangelium zugrunde: „Als er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!“ (Joh 11,43). Zu Eingang der Predigt stellte er der Gemeinde die Frage „Warum wirkte Jesus Christus Wunder?“ Er gab auch gleich eine Antwort: Jesus wollte zum einen auf das für die Menschen damals „neue“ Evangelium aufmerksam machen und zum anderen seine göttliche Natur und seinen Auftrag verdeutlichen. Dies sei heute so nicht mehr erforderlich. Wir kennen Jesus Christus. Dennoch wirke Christus auch heute Wunder als Zeichen seiner göttlichen Sendung. Heute seien wir als Christen aufgerufen, diese im Glauben zu erfassen und in die Welt zu tragen.
Jesus erweckt Lazarus vom Tod
Anschließend erläuterte der Bezirksapostel das Bibelwort aus dem Johannesevangelium, das von der Auferweckung des Lazarus berichtet. Jesus zeigte sich tief bewegt über den Tod seines Freundes und teilte die Trauer der Schwestern Martha und Maria. Damit wurde deutlich: Er war wahrer Mensch und zugleich wahrer Gott.
Heutzutage gehe es uns oft ähnlich, so der Bezirksapostel, wir fühlten uns mit Menschen in Not verbunden und beteten für sie. „Manches Mal erlebt man, dass der liebe Gott eingreift, machtvoll eingreift. Es geschehen noch Wunder. Und manches Mal betet man und betet man und augenscheinlich tut sich nichts. Da ist nun eines ganz entscheidend: Wie stark ist der Glaube und wie siegt er über den Zweifel?“
Die Worte „Komm heraus!“ gelten nicht nur für die Lebenden, sondern auch für die Seelen in der jenseitigen Welt. Dieser Ruf ist eine Einladung an alle, Lebende wie Verstorbene, sich auf den Weg zu Gott zu machen. Wer dem Ruf Jesu nachkommen will, muss bereit sein, seine persönliche „Höhle“ zu verlassen - die Sünde, die Resignation, die Isolation oder auch die eigene Komfortzone - und ihm nachzufolgen.
Christus folgen
Der Bezirksapostel nannte dazu einige Berichte der Heiligen Schrift:
- Abraham folgte dem Ruf Gottes und verließ seine Heimat im Glauben.
- Lot und seine Familie wurden aus Sodom herausgerufen; sie sollten sich nicht mehr nach der Heimat umdrehen und sich so vom Bösen abwenden.
- Der Prophet Elia wurde aus seiner „Kummerhöhle“ gerufen, er fasste Mut und konnte sich auf einen neuen, „weiten“ Weg machen.
- Der reiche Jüngling wollte sich nicht von dem, was er hatte, trennen und konnte daher dem Ruf durch Jesus in die Nachfolge nicht nachkommen.
Diese Beispiele machen deutlich: Wer Gottes Ruf folge, müsse Gewohnheiten ändern und Lebensumstände loslassen, Vertrauen fassen und sich auf einen neuen Weg machen. Mit dem Folgen des Rufes Christi wird seine göttliche Kraft wirksam. „Komm heraus!“ bleibt der Aufruf Gottes an jeden Menschen, im Diesseits und im Jenseits.
Apostel Otten (Apostelbereich West) und Apostel Opdenplatz (Apostelbereich Süd) ergänzten die Gedanken des Bezirksapostels durch weitere Predigtbeiträge.
Sakramente für die Entschlafenen
Nach der Feier des Heilgen Abendmahls mit der Gemeinde wurden, wie in vom Stammapostel oder einem Bezirksapostel durchgeführten Gottesdiensten zum Gedenken an Verstorbene üblich, die Sakramente der neuapostolischen Kirche, Heilige Wassertaufe, Heilige Versiegelung und das Heilige Abendmahl, den Verstorbenen gespendet. Vollzogen werden diese Handlungen stellvertretend an zwei Geistlichen, an diesem Sonntag in Altena einer Diakonin aus der Gemeinde Plettenberg sowie einem Priester aus der Gemeinde Iserlohn. Die Wirkung der Sakramente kommt hierbei einzig den Verstorbenen zugute.
Im Anschluss an den Gottesdienst bestand für alle Teilnehmer die Möglichkeit, bei Kaffee und Kuchen noch einen Augenblick der Gemeinschaft in diesem besonderen Kreis zu erleben.
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