Menden. Ein ernster Gedanke – eine Taufe – vier Versiegelungen
Das 5. Gebot – betrifft es uns wirklich? Hat schon jemand unter uns getötet?
Das Gebot geht über das Töten eines anderen Menschen mit Vorsatz hinaus.
Gott hat alles erschaffen und uns für unsere Zeit auf dieser Erde überlassen. Mit dem Geliehenen müssen wir sorgsam umgehen.
Die Gebote sind die Grundsteine und Eckpfeiler für unser Verhältnis zu Gott und zu allen Menschen – eine gesellschaftliche Ordnung.
In der Bergpredigt hat Jesus die Gebote nicht geändert, sondern er hat sie ausgefüllt. Zum 5. Gebot hat er ausgeführt, dass wir uns, wenn wir anderen Menschen zürnen, dem Gericht stellen müssen und schuldig sind.
Jesus ist gnädig, aber sehr deutlich mit seinen Ausführungen. Viele Sünden relativieren wir Menschen und das ist gefährlich, denn auch böse Gedanken gefallen Gott nicht.
Als Menschen haben wir Mitgefühl, wenn andere sich verteidigen und zum Beispiel in Notwehr jemanden töten. Wir meinen, dass ist nicht dasselbe, aber wenn wir genau hinschauen, ist auch das Sünde.
Es muss uns bewusst werden, dass wir alle Sünder sind. „Nicht so schlimm“ und nicht so schlimm wie die Anderen, ist die falsche Sichtweise.
Gott bemisst die Schuld, die durch die Sünde entsteht, durchaus unterschiedlich. Wir aber sollten sensibel bleiben, wie wir uns verhalten und das Leben achten und bewahren.
Apostel René Follmann weist zusätzlich auf ein Wort aus Jesaja 42,3 hin. „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“
Wird ein Rohr als Baumaterial oder Maßeinheit geknickt, ist es nicht mehr zu gebrauchen. Ein glimmender Docht z. B. in einer Öllampe verlischt bald. Gott behandelt uns behutsam und gibt der kleinen Flamme Hoffnung.
Aber Gott wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen.
Gott spricht leise mit uns, wie Jesus im sanften Säuseln. Er spendet Trost mit kleinen Gesten. Er sagt uns „Du bist nicht wertlos!“ Es gibt keine unlösbaren Probleme und keine Frage, wie es mal werden soll.
Gott hat das Volk Israel bewahrt und zurückgeführt, was bei all den Geschehnissen in der damaligen Welt nicht selbstverständlich war.
Oft ist uns nicht nach dem Singen von Psalmen zumute, aber bleiben wir an seiner Hand und nutzen seine Kraft. Unser kleiner Glaube – der Senfkornglaube – an den großen Gott.
Gott nutzt viele Menschen, nicht nur mit Amtsauftrag. Sei sensibel, ob auch Du jemanden aufbauen oder Nähe schenken kannst. Lasst Momente nicht ungenutzt vergehen stark für jemand anderen zu sein.
Priester Frank Hense weist auf den Anfang der 10 Gebote hin. „Ich bin der Herr“, dann wird ergänzt, der alles geschaffen hat. Und ich bin dein Gott – darauf können wir uns verlassen, auch wenn die Zeiten schwierig sind. Machen wir nur den nächsten Schritt und vertrau still, wie die Sänger gerade gesungen haben. Gleich findet Taufe und Versiegelung statt. Dies stellt das Bündnis zu Gott her, er ist treu und wird das letzte Wort haben. Und wir dürfen an seiner Seite mitgehen.
30. August 2026
Text:
Gabriele Balzukat
Fotos:
Gabriele Balzukat
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